Rotwild (cervus elaphus)

03.01.2015

Rotwild ist die bei uns größte heimische Wildtierart. Der "König der Wälder" ist eigentlich ein Steppentier und wurde nur von unserer Zivilisation in den ihm eigentlich unnatürlichen Lebensraum gedrängt. Rotwild sieht sehr gut und flüchtet bei Gefahr im Rudel über teilweise große Strecken. Daher gilt es eigentlich ebenfalls als tagaktiv, hat aber wie das Schwarzwild seine Hauptaktivität in die Nacht verlegt.

Rotwild darf in Deutschland, insbesondere in Bayern und Baden Württemberg laut Gesetz nur innerhalb gewisser Rotwildgebiete leben, außerhalb herrscht Totalabschuss. Kritisch betrachtet findet demnach bei uns in Deutschland ein Zweiklassentierschutz statt. Während Wolf, Wildkatze und Luchs wandern dürfen und sich ihre Habitate selbst suchen, wird dem "Hirsch" jeglicher genetischer Austausch verwehrt. Von anderen, derzeitigen und hauptsächlich politisch motivierten Entwicklungen einmal ganz abgesehen.

Beim Rotwild werden die männlichen Tiere Hirsch genannt, bei den weiblichen Tieren spricht man vom Alttier. Einjährige Stücke heißen Spießer (männlich) und Schmaltier (weiblich), bei Jungtieren spricht man vom Kalb. Ähnlich wie Schwarzwild lebt auch das Rotwild in Rudeln, welche ebenfalls von einem Alttier angeführt werden. Während ein Hirsch bis zu zwei Meter lang und über 100kg schwer wird, sind Alttiere in der Regel bis zu 20% kleiner und leichter.

Rotwild liegt in seinem Nahrungsspektrum grob gesagt zwischen Rehwild und (Haus) Rindern. Was ja eigentlich auch logisch ist, da beide Spezies ihr ursprüngliches Habitat in steppenähnlichen Landschaften hatten. Der Raufaseranteil (insbesondere Gräser) liegt wesentlich höher als beim Rehwild, jedoch werden auch Blätter und junge Triebe nicht verschmäht. Insbesondere der Wacholder gilt als gern genommene Äsungspflanze. Da das Futter nicht so hochwertig und nährstoffreich wie beim Rehwild ist, muss auch verhältnismäßig mehr Nahrung aufgenommen werden.