Rehwild (capreolus capreolus)

04.01.2015

"Ist das Reh die Frau vom Hirsch?" Nein - Rehwild ist zwar die kleinste heimische Hirschart, jedoch ist ihr der Elch näher verwandt als das heimische Rotwild. Rehwild lebt als Einzelgänger, ist dämmerungsaktiv und typischerweise ein Wald- und insbesondere Waldrandbewohner. Lediglich im Winter kann es vorkommen, dass sich mehrere Rehe zu sogenannten "Sprüngen" ohne wesentlich soziale Struktur zusammen tun. Bereits sein Körperbau - der vorne schmal und tief, dagegen hinten etwas höher und breiter ist - zeigt, dass es sich als "Schlüpfer" in dieser Vegetation wohlfühlt. Rehe sind gute Bewegungsseher (allerdings rotblind) und haben neben einer guten Nase ein ausgezeichnetes Gehör.Rehe sind Kurzstreckenflüchter und verstecken sich bei Gefahr oftmals nur wenige Meter in guter Deckung, wo sie dann reglos verharren. Sie haben sich recht gut auf kalkulierbare Gefahren wie Waldarbeiter, Spaziergänger, Reiter auf Wegen oder Langläufer auf Leupen eingestellt. Panisch reagieren sie jedoch oftmals auf plötzlich abseits von Wegen aufkommenden Menschen wie Pilzsucher, Mountainbiker und Geocacher und selbstverständlich auch auf freilaufende, stumm jagende Hunde. Insbesondere bei Schneelagen kann dies nicht unwesentliche Folgen für Wild und Wald nach sich ziehen.Das Reh ist ein Konzentratselektierer. Das heißt, es "nascht" besonders saftige Kräuter, Knospen und Triebe. Auch Klee und verschiedene Luzerne sowie Buchweizen und Löwenzahn gehören zu seinen bevorzugten Äsungspflanzen. Heute übliche ertragreiche, oft geschnittene und gut gedüngten Wiesen bieten nicht mehr die Vielfalt, die Rehe suchen. Dies ist sicherlich mit ein Grund, warum inzwischen immer weniger Rehe auf den Wiesen gesehen werden.Das männliche Reh wird (Reh-) Bock genannt, das weibliche Reh ist eine (Reh-) Geiß. Bei einjährigen Stücken spricht man von Jährling (männlich) und Schmalreh (weiblich), die Jungen heißen Kitz und werden im Mai geboren. In unseren Breiten ziehen Geißen gewöhnlich zwei Kitze pro Jahr auf. Selten auch drei oder nur eines. Ausgewachsene Rehe sind in etwa ein Meter lang und haben eine Schulterhöhe von ca. 70cm. Ein ausgewachsenes Reh wiegt in etwa 20 bis 25 kg.

Rehwild hat in Bayern Jagdzeit von Mai bis Mitte Januar. Um dem Wild jedoch möglichst viel Ruhe zu geben, liegen unsere Hauptjagdzeiten in den Monaten Mai und September bis Weihnachten. Während der Winterzeit, sowie in der Aufzuchtzeit der Kitze (Juni - September) sollte auch der Jäger für möglichst wenig Beunruhigung sorgen. Jährlich werden in unserem Revier knapp 30 Rehe erlegt.