Feldhase (lepus europaeus)

06.01.2015

Feldhasen brauchen ein reich strukturiertes Habitat und krautreiche, abwechslungsreiche Äsung. Doch wo sich Rehe im hohen Gras sehr wohl fühlen, möchte "Meister Lampe" immer den Überblick behalten. Das erkennt man auch an dem außerordentlichen Gesichtsfeld von nahezu 360°.Rammler (männlich) und Häsin (weiblich) leben im Gegensatz zum Kaninchen solitär und erreichen ein Gewicht von bis zu vier Kilogramm. Die Häsin setzt drei bis vier Mal im Jahr im Mittel drei Jungen. Diese werden einzeln abgesetzt und nur zum Säugen aufgesucht. Die Strategie hierbei ist klar erkennbar: findet ein Fuchs oder eine Krähe nur einen Junghasen, haben die anderen noch eine Chance zu überleben. Bei nasskalter Witterung verenden viele Junghasen, grundsätzlich haben die ersten beiden Würfe die besten Überlebenschancen.

Was bietet ihm da noch unsere aufgeräumte, für Maschinen optimierte und bis auf den letzten Meter genutzte Kulturlandschaft? Wo bleiben da vor lauter Mais und Raps noch geeignete Lebensräume? Und wie sollen die Junghasen dann noch bei nass-kalten Frühjahren unter dem Druck von Fuchs und Rabenkrähe überleben? Nicht umsonst gilt der Hase seit 1995 auf der roten Liste als "gefährdet". Doch trotz der hohen Sterblichkeitsrate scheinen sich die Hasenpopulationen langsam zu erholen.Doch wie lässt sich die Jagd auf gefährdete Arten rechtfertigen? Laut Angabe des Deutschen Jagdverbandes pflanzen und pflegen Jäger in Deutschland jährlich Hecken in der Länge der Chinesischen Mauer - das sind fast 6.000 Kilometer und legen jährlich ökologisch wertvolle Flächen so groß wie 2.000 Fußballfelder an. Insbesondere Wildwiesen, Streuobstwiesen oder durch Pacht von Brachflächen und Blühstreifen. Und kaum einer weiß, dass der Deutsche Jagdverband die größte und aktivste Naturschutzorganisation Deutschlands ist. Doch woher kommt dieses Engagement? Neben Ideologie unter anderem dadurch, dass mit Fingerspitzengefühl auch geerntet werden darf.

Unsere Weide- und Grünlandwirtschaft bietet Hasen kein nennenswertes Habitat. Die meisten Hasen leben im Allgäu im Wald (sogenannte "Waldhasen") und treten erst zur Dämmerung wieder aus. Hasen werden bei uns nur vereinzelt zum Eigenverbrauch am sogenannten Hasenpass bejagt.